Kategorien Segelinformationen Bestandteile von Kielyachten (7-20m)


Bestandteile von Kielyachten (7-20m)


Winschen

Eine Winsch soll uns helfen, die Kraft aufzubringen, ein Ende zu holen und zu halten. Deshalb darf man keinesfalls ein belastetes Ende von der Winsch nehmen, es sei denn man steht auf verbrannte Handflächen. Die Winsch hat eine Trommel auf die 4 Windungen passen. Man legt 2 Windungen zum schnellen Holen und Fieren bei wenig Last und 3 - 4 Windungen bei hoher Last auf. Das Ende wird entweder vor der Winsch auf einer Klemme (z.B. Fallwinschen neben dem Niedergang) oder hinter der Winsch auf einer Klemmklampe belegt (Genuaschoten). Bei modernen Yachten finden sich auch oft selbstholende Winschen, bei der ein Klemmkranz oben auf der Winsch sowohl das Ende beim Holen zieht, als auch sicher belegt. Bei allen anderen Winschen muß beim Holen gleichzeitig an dem Ende gezogen und an der Winsch gekurbelt werden. Beim Ziehen der Schoten den Daumen immer weg von der Winsch oder der Rolle halten.

Toiletten

Das Bord- WC ist in der Regel unter Wasserlinie eingebaut und wird mit Seewasser gespült. Bei kleinen Yachten gibt es auch oft Chemie -WC’s die an Land entsorgt werden müssen. Das Pumpklo ist aber die verbreitetste Lösung. Ein solches Bordklo wird nicht benutzt, es wird bedient. Dazu gibt es einige Regeln:

  • Nicht im Hafen benutzen, es sei denn es geht absolut nicht anders
  • Ins Klo kommt nichts, was nicht vorher gegessen wurde. Das gilt auch für Klopapier und insbesondere für Binden und Tampons. Dafür hängt im Klo ein Plastikbeutel, der von Zeit zu Zeit an Land entsorgt wird
  • Wer das Klo verstopft, zerlegt und reinigt es auch
  • Über die Reling pinkeln ist lebensgefährlich

Die Handhabung: Jedes Pump-WC hat 2 Seeventile im Zufluß- und im Abflußschlauch. Anmerkung: Ein Seeventil ist geschlossen, wenn der Hebel quer zum Schlauch steht und offen, wenn er längs steht. Zusätzlich ist rechts der Kloschüssel die Pumpe, auf deren Oberseite sich der Hebel befindet. Irgendwo am Pumpengehäuse gibt es einen kleinen Wahlschalter, der zwischen Reinpumpen (Spülen, in, Flush) und Rauspumpen (Abpumpen, out) umschaltet.

Handhabung:

  1. Beide Seeventile auf
  2. Wahlschalter auf Spülen
  3. Pumpe mit langen und nicht zu schnellen Hüben betätigen
  4. Wahlschalter auf Abpumpen (sonst gibt’s nassen Hintern)
  5. Das kannst Du, glaube ich
  6. mind. 30 - 40 sek abpumpen, damit die Hinterlassenschaft auch aus den Schläuchengepumpt wird
  7. Wahlschalter auf Abpumpen stehen lassen und beide Seeventile schließen, sonst gibt es ein nasses Schiff
  8. Ggf. saubermachen und Abfallbeutel verschließen

Kocher und Heizung

Diese beiden Einrichtungen funktionieren in der Regel mit Gas. Die Gasflasche steht meist in einem separaten Kasten an Deck. An der Flasche ist ein Ventil, das nur zur Gasentnahme aufgedreht werden sollte. Zusätzlich gibt es vor Kocher und Heizung noch ein weiteres Ventil. Dieses muß ebenfalls zur Inbetriebnahme geöffnet und nach dem Abschalten geschlossen werden. Die Heizung wird nun gemäß Betriebsanleitung gezündet. Bei Kochern geht man in der Regel wie folgt vor: Knopf für gewünschte Flamme auf „an“ drehen und eindrücken; Flamme mit Gasanzünder, Feuerzeug o.ä. entzünden; Knopf gedrückt halten bis Zündsicherung eingerastet; loslassen, Flamme brennt weiter. Beim Kochen auf See ist generell Vorsicht geboten. Um Töpfe auch im Seegang aufrecht zu halten sind die meisten Kocher halbkardanisch, d.h. drehbar gelagert. Diese Mechanik läßt sich im Hafen verriegeln (Riegel suchen). Die Töpfe lassen sich mit speziellen Haltern festklemmen. Trotzdem besteht die Gefahr, daß es aus Töpfen spritzt (heiß); deshalb auf See nie mit vollen Töpfen kochen. Deckel bremsen, perfekt sind Schnellkochtöpfe. Immer mit langen Hosen und Schuhen, bei schwierigen Bedingungen mit Ölzeughose und Gummistiefeln kochen. Der Deckmannschaft sagen, daß gekocht wird, damit sie Manöver auch in der Kombüse ankündigt.

Elektrogeräte

Auf den Yachten steht in der Regel nur Gleichspannung von 12 V zur Verfügung. Große Yachten haben manchmal die Möglichkeit, die 220 V Wechselstrom von Land außer für das Ladegerät auch zu einer Steckdose führen. Die 12 V kommen aus Batterien mit begrenzter Kapazität. Geladen werden diese Batterien nur, wenn der Motor läuft oder das Schiff im Hafen Landstrom erhält. Nur zu diesen Zeiten sollten große Verbraucher wie z.B. der Kühlschrank oder die Heizung (Gebläse) betrieben werden. Die meisten Boot haben 2 Akkus, einen zum Anlassen der Maschine und einen für die anderen Verbraucher. Sie werden meist über einen Schalter unter dem Navisitz oder dem Niedergang umgeschaltet. Grundsätzlich müssen alle Verbraucher, auch Kabinenlampen, erst am Schaltbrett in der Navi eingeschaltet werden, ehe die Schalter am Gerät wirksam werden.

Wasser

Der Frischwasservorrat an Bord ist beschränkt. Deshalb sollte Duschen und Haarewaschen nach Möglichkeit an Land erledigt werden. Machst Du einen Langtörn (Atlantiküberquerung o. ä.) so verwendest Du Seewasser mit entsprechender Seife ( handelsübliches Billigshampoo ist ebenfalls in Seewasser verwendbar) und reibst mit etwas Frischwasser nach. Ansonsten bleibt die Hoffnung auf Regen. Seewasser wird auch auf normalen Törns zum Vorspülen und z. B. zum Deckwaschen verwendet. Größere Schiffe haben ein Druckwassersystem, d.h. eine elektrische Pumpe, die das Wasser zu den Hähnen pumpt. Die Pumpe muß vorher in der Navi eingeschaltet werden. Bei kleineren Schiffen benutzt man Hand oder Fußpumpen an jedem einzelnen Wasserhahn. Vorsicht. in der Pantry gibt es oft 2 Hähne: Einen für Frisch- und einen für Seewasser.